Am Samstag den 2. August
besuchten unsere Atemschutzträger zusammen mit der FFW Schollbrunn die
Brandsimulationsanlage in Goldbach bei Aschaffenburg. Ziel dieser
ganztätigen Ausbildung war es, die Atemschutzträger möglichst realitätsnah
auf einen Wohnungs- oder Gebäudebrand vorzubereiten. Der sog. Brandcontainer
bietet auf 2 Stockwerken die Möglichkeit Brände, verrauchte Gebäude und vor
allem den sog. Flash-Over zu simulieren. Dabei herrschen im Container
ähnliche Temperaturen, wie sie auch bei echten Wohnungsbränden entstehen.
Mit 14 Mann und bis unter das Dach mit Pressluftgeräten, Atemschutzmasken und Schutzkleidung
beladen, brachen um 7 Uhr morgens drei Fahrzeuge am Gerätehaus in
Schollbrunn auf. Schon bei der Abfahrt stellte sich heraus, dass zur
gleichen Zeit auch die Kameraden der FFW Homburg die Fahrt nach Goldbach
antraten.
Nachdem die Wehren überraschender Weise von einem ehemaligen Kameraden der FFW Marktheidenfeld
begrüßt worden waren, begann für die Feuerwehren Michelrieth und Schollbrunn
sofort die praktische Ausbildung am Hohlstrahlrohr. Diese Strahlrohre sind
im Gegensatz zu unseren CM-Strahlrohren in der Lage durch ihre feine
Wasserstreuung Rauchgase zu kühlen und Brände mit möglichst geringem
Wasserschaden zu bekämpfen. Die Kameraden aus Goldbach gingen besonders
darauf ein, wie in einem brennenden, bzw. verrauchten Haus Türen geöffnet
werden sollten und wie eine Rauchgasdurchzündung vermieden werden kann.
Dabei ist die feine Wasserverteilung der Hohlstrahlrohre von besonderer
Bedeutung um den Rauch in brennenden Gebäuden kühlen zu können.
Anschließend stand die Temperaturgewöhnung auf dem Programm.
Noch ohne komplette Schutzkleidung wurde uns dabei im Container ein Eindruck vermittelt, vor
welcher enormen Hitze uns unsere komplette Schutzkleidung schützen muss.
In den folgenden zwei heißen Durchgängen ging jeweils ein Trupp im Container vor:
Im ersten Durchgang bestand die Aufgabe darin die Türe zu einer Werkstatt zu öffnen, zwei brennende
Gasflaschen zu löschen und die Gaszufuhr abzudrehen. Im nächsten Raum musste
dann jeweils ein Flash-Over bekämpft werden.
Im zweiten Durchgang war das Einsatzstichwort:
„Brand in einem Werkstattgebäude. Eine Person vermisst!“
Die Trupps gingen über das Dach in den Container vor. Dort musste zunächst
ein Brand unter der Treppe ins untere Geschoss gelöscht werden, bevor wieder
die brennenden Gasflaschen abgedreht und die vermisste Person gesucht und
gerettet werden musste. Gleichzeitig galt es eine Rauchgasdurchzündung zu
vermeiden. Nachdem die verletzte Person, die in einer etwa 70 – 80 kg
schwere Puppe bestand, gerettet war, mussten schließlich alle Brandnester
abgelöscht und weitere Flash-Over bekämpft werden.
Die enorme Hitze und die Arbeit unter Atemschutz sorgten dafür, dass alle
Trupps nach dem zweiten Durchgang triefend nassgeschwitzt und am Ende ihrer
Kräfte waren.
Nachdem wir noch einen etwa einstündige Unterrichtsblock zum Thema Brandtheorie und einen praktischen
Teil zum Durchsuchen von Gebäuden und Retten von verunglückten
Atemschutzträgern gehört hatten, war die Ausbildung in der BSA Goldbach beendet.
Alles in allem lässt sich sicherlich sagen, dass diese Ausbildung nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung unserer Atemschutzträger war, sondern auch ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmer.
| (33 Bilder) |
Copyright © 2003–2012 FFW Michelrieth